Aminopolycarbonsäuren< zurück
Bewertung von Aminopolycarbonsäuren im Hinblick auf ihr Umweltverhalten und ihre Relevanz in der Wassergütewirtschaft
Zusammenfassung
Die herausragende Eigenschaft der Aminopolycarbonsäuren Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) and Nitrilotriessigsäure (NTA) ist ihr starkes Komplexierungsvermögen für Metallionen. Deshalb finden diese Stoffe in Haushalt, Gewerbe und Industrie überall dort Verwendung, wo es vor allem darauf ankommt, Metallkationen durch Komplexierung in Lösung zu halten. Aufgrund der Anwendungsbreite und der hohen Polarität der Verbindungen gelangen diese in die aquatische Umwelt und können dort beträchtliche Konzentrationen (im µg/L-Bereich) erreichen und letztendlich auch im Trinkwasser nachgewiesen werden.
Aufgrund der hohen Belastung der Trinkwasserressourcen spielen Aminopolycarbonsäuren bereits seit mehreren Jahren bei der Gewässerüberwachung und in Projekten von Behörden, Verbänden und Wasserversorgern eine bedeutende Rolle. Insbesondere EDTA und NTA haben in der Vergangenheit außerordentlich stark Beachtung gefunden. Zunehmend werden aber auch alternative Aminopolycarbonsäuren wie Diethylentriaminpentaessigsäure (DTPA), ß-Alanindiessigsäure (ß-ADA), 1,3-Propylendiamintetraessigsäure (1,3-PDTA) und Methylglycindiessigsäure (MGDA) in verschiedenen Anwendungsgebieten als Ersatzstoffe eingesetzt. Der Wissenstand bezüglich aller genannten Aminopolycarbonsäuren wurde am TZW in den vergangenen Jahren in mehreren Übersichtsartikeln zusammengefasst. Die Veröffentlichungen gehen ausführlich auf die folgenden Aspekte ein: physikalisch-chemische Eigenschaften, Produktion und Produktionsmengen, Anwendungsgebiete, Ersatzstoffdiskussion, Analytik, Eintragspfade und Vorkommen in Gewässern, klassische Toxikologie und Ökotoxikologie (inkl. Eutrophierung, biotische und abiotische Abbaubarkeit, Einfluss auf die Verteilung von Schwermetallen zwischen Wasser und Sediment, aquatische Toxikologie) sowie die Eliminierungsmöglichkeiten bei der konventionellen und erweiterten Abwasserreinigung und der Trinkwasseraufbereitung.
Literatur