Arzneimittel in der aquatischen Umwelt< zurück
Identifizierung und Bewertung von Quellen und Maßnahmen zur Reduzierung der Einträge für den Schutz des Trinkwassers am Beispiel der Region Freiburg
Zusammenfassung
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Arzneimittel als Kontaminanten des Abwassers in Kläranlagen nicht oder nur unvollständig entfernt werden. Sie gelangen daher in Oberflächengewässer. Untersuchungen verschiedener Wasserwerke haben zwischenzeitlich gezeigt, dass Arzneimittel und Diagnostika durchaus bis ins Trinkwasser vordringen können. Erste Untersuchungen lassen erwarten, dass diese Stoffe zum Teil durch Aktivkohlefiltration oder konventionelle und erweiterte Oxidationsverfahren, wie beispielsweise die Umsetzung mit Ozon, Ozon/ Wasserstoffperoxid oder UV-Bestrahlung, aus dem Trinkwasser entfernt werden können. Allerdings sind die Untersuchungen auf diesem Gebiet noch sehr lückenhaft. Insbesondere wurden wichtige Arzneimittelgruppen wie z. B. Coronarmittel nicht untersucht. Auch wurden bisher auf regionaler Ebene Datenerhebungen zum Eintrag bestimmter Wirkstoffe, deren Austrag aus der Kläranlage sowie eine darauf abgestimmte Behandlung bei der Trinkwasseraufbereitung nicht systematisch durchgeführt.
In dem Vorhaben, das sich in zwei Teilprojekte gliedert, sollen daher einerseits für ausgewählte Modellgebiete lokale bzw. regionale Verbrauchs- und Eintragsdaten auch für bisher wenig untersuchte Stoffe ermittelt werden und insbesondere auch die Frage geklärt werden, inwieweit sich lokale und regionale Gegebenheiten von der bundesweiten Durchschnittssituation, auf die sich bisher fast alle Veröffentlichungen beziehen, unterscheiden. Nur sofern hier kein Unterschied vorliegt, können lokale Entscheidungen verlässlich unter zu Hilfenahme von bundesweiten Daten getroffen werden. Nur mit entsprechend detaillierten Daten auch zur Elimination in Kläranlagen kann eine als notwendig erachtete Risikominimierungsstrategie diskutiert und gewertet sowie ökonomisch vernünftig umgesetzt werden. Ausgehend von den bilanzierten und experimentell erhobenen Daten werden die wichtigsten Wirkstoffe aufgrund von Verbrauchsmenge aber auch bezüglich ihrer chemischen Struktur zur Beurteilung des Einsatzes der einzelnen Entfernungsverfahren in der Praxis ausgewählt. Dabei sollen neben der technischen Machbarkeit und erzielbaren Reinigungsleistung auch wirtschaftliche Aspekte herangezogen werden.