Iodierte Röntgenkontrastmittel< zurück

Untersuchungen zur Entfernung von iodierten Röntgenkontrastmitteln (RKM) bei der Trinkwasseraufbereitung
Zusammenfassung
RKM werden in der Medizin zur radiologischen Darstellung von Hohlorganen (Blutgefäße, innere Organe wie Herz, Niere, Lunge...) benutzt. Das dreifach substituierte Triiodbenzol absorbiert durch den hohen Jodanteil Röntgenstrahlung stärker als das körpereigene Gewebe. Man unterscheidet sie je nach Art der Seitenketten in ionische und nichtionische RKM. Da sie in hohen Dosen verabreicht werden und gemäß ihrer Verwendung metabolisch äußerst stabil sind (nach 24h haben 95 % der RKM den menschlichen Körper unverändert ver-lassen), treten die RKM im wässrigen System als eines der häufigsten Arzneimittel in Erscheinung. Sie sind persistent, was dazu führt, dass sie vermehrt auch im Rohwasser von Wasserwerken nachzuweisen sind. In deutschen Flüssen werden RKM in Konzentrationen bis zu 1 µg/L nachgewiesen; im Rhein immerhin fast ständig zwischen 20 und 200 ng/L, wobei die nichtionischen häufiger aufzufinden sind als die ionischen. Stark abwasserbeeinflusste Flüsse (Bsp. Körsch mit 70 % Abwasseranteil) enthalten jedoch wesentlich grö-ßere Mengen (bis zu 1,5 µg/L). Kommunale Kläranlagen sind nicht in der Lage, RKM sicher zu eliminieren. Natürliche Reinigungsverfahren (Bodenpassage) eliminieren die RKM ebenfalls nicht. Erweiterte Verfahren wie Aktivkohleadsorption eliminieren die RKM nur ungenügend, wobei kurze Filterlaufzeiten und große Men-gen an Aktivkohle benötigt werden. Durch eine Ultrafiltration werden RKM nicht zurückgehalten; bei der Na-nofiltration ergibt sich eine Reduktion um 90 %, allerdings mit dem Nebeneffekt einer gleichzeitigen Entsal-zung des Wassers. Auch Oxidationsverfahren (Ozonung), wie sie üblicherweise in Wasserwerken ange-wandt werden, eliminieren RKM nicht vollständig. Darum werden RKM in messbaren Konzentrationen auch vermehrt im Trinkwasser nachgewiesen. Es werden am TZW noch weiterführende Untersuchungen hinsicht-lich der Oxidierbarkeit von RKM durchgeführt, zum Einsatz kommen dabei AOP wie Ozon/H2O2, UV-Bestrahlung in Kombination mit Ozon und H2O2 etc..

Ansprechpartner

Förderung

American Waterworks Association Research Foundation (AWWARF)