Effizienzkontrollen bei der Sanierung nitratbelasteter Grundwasservorkommen< zurück

gwb_effizienkontrollen.gif
Räumliche Varianten der Effizienzkontrolle (TZW-Grafik 1996)

Kurzbeschreibung:

Um sicherzustellen, dass für die Sanierung nitratbelasteter Grundwasservorkommen geeignete und standortangepasste Maßnahmen gewählt wurden, ist es notwendig, diese mit Effizienzkontrollen zu begleiten. Durch die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen und der Ergebnisse der Effizienzkontrollen können standort- und situationsbezogene Erfahrungen gesammelt werden, mit denen erforderlichenfalls eine Optimierung der Bewirtschaftungs- und Gewässerschutzmaßnahmen am jeweiligen Standort zu erreichen ist.

Die wissenschaftliche Auswertung dieser begleitenden Untersuchungen erlaubt zudem eine Einschätzung der voraussichtlich verbleibenden Sanierungsdauer. Auch die Zielerreichung im Hinblick auf die Umsetzung des Sanierungsplans und der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie kann nur so dokumentiert werden.

In der langjährigen Erfahrung des TZW haben sich mehrfache Nmin-Bodenuntersuchungen in Kombination mit Modellrechnungen zur Ermittlung der Nitratauswaschung unter den Ackerflächen als flexibles und validiertes Demonstrations- und Beratungsinstrument bewährt. Diese sollten zumindest über den gesamten auswaschungsrelevanten Zeitraum durchgeführt werden. Um die Auswirkungen von Bewirtschaftungsmaßnahmen über die gesamte Kulturzeit bewerten zu können, ist es auch empfehlenswert, diese Untersuchungen kulturbegleitend über die gesamte Vegetationsperiode vorzunehmen (Rohmann 1995, Kiefer et al. 2003, Kiefer 2004, Sturm et al. 2004).

Zusätzliche Möglichkeiten der Effizienzkontrolle können beispielsweise auch stationäre Sickerwasseruntersuchungen mit Lysimetern und Saugkerzen sowie Messungen im oberflächennahen Grundwasser an geeigneten Emittentenmessstellen, Schlagkarteien oder N-Bilanzen darstellen (ROHMANN 1999, NLfÖ 1998 und ATV-DVWK 2004). Welche Methoden für die jeweilige Fragestellung am besten geeignet sind, muss im Einzelfall geprüft werden.

Einen Überblick zur räumlichen Aussagekraft von einigen Varianten zur emissions- und immissionsbezogenen Beurteilung der Erfolgskontrolle bei der Sanierung nitratbelasteter Grundwässer gibt die Abbildung.

Darüber hinaus sind Feldbegehungen, Informationsveranstaltungen und die Anlage von Demonstrationsflächen flankierende Maßnahmen, die teils sowohl der Kontrolle als auch der Beratung dienen.

Im Juni 2008 wurde ein vom badenova-Innovationsfonds gefördertes Projekt begonnen, in dem eine verbesserte Strategie zur gebietsspezifischen Emissions- und Erfolgskontrolle im Grundwasserschutz entwickelt werden soll. Mit Hilfe von zwei Modellen soll hierbei das gebietsspezifische Nitratauswaschungspotential sowie die tatsächlich im Gebiet zu erwartende Auswaschung aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen bilanziert werden, um die Effizienz der im Wasserschutzgebiet gewählten Sanierungsmaßnahmen beurteilen und verbessern zu können.