![]() Schilfgrasanbau im Nahbereich eines Brunnens |
Kurzbeschreibung:
Die Förderung von Bioenergie und Biokraftstoffen soll die Abhängigkeit von Energieeinfuhren und fossilen Brennstoffen verringern und so die Treibhausgasemissionen reduzieren. Zudem sollen neue Möglichkeiten für die nachhaltige ländliche Entwicklung und ein Markt für innovative Agrarerzeugnisse geschaffen werden. Als Folge der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) befindet sich die Energieerzeugung aus biogenen Energieträgern wieder im Wachstum.
Um Biomasse jedoch in ausreichenden Mengen bereitstellen zu können, ist eine Intensivierung der Landnutzung zu erwarten. Die erforderliche Flächeninanspruchnahme steht somit zwangsläufig in Konkurrenz zu Extensivierungsmaßnahmen, die in den letzten Jahren zumindest regional zu einer Entspannung der Konfliktsituation zwischen Wasserversorgern und Landwirtschaft geführt hatten.
Nachteilige Auswirkungen auf die Grundwasserqualität als Folge dieser Entwicklung sind nicht grundsätzlich auszuschließen. Das TZW befasste sich in mehreren Forschungsvorhaben intensiv mit den Auswirkungen des Energiepflanzenanbaus und der Biogasproduktion auf die Gewässer. Vom TZW wurden beispielsweise Leitlinien für einen gewässerschonenden Anbau der häufigsten Energiepflanzen erarbeitet, Empfehlungen und Handlungsoptionen für die Wasserversorger unter gewässerschutzorientierten Aspekten abgeleitet sowie die möglichen Folgen der Biogaserzeugung und -reinigung nach Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit näher untersucht.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurde 2008 das „Forum Nachhaltige Biogaserzeugung in Baden-Württemberg“, das sich aus Vertretern verschiedener Ministerien, Behörden und Verbände zusammensetzt, gegründet. Die Landesregierung beabsichtigt damit, Instrumente zum Nachhaltigen Ausbau und zur Weiterentwicklung der Biogasnutzung in Baden-Württemberg zu schaffen. Dabei soll auch der Gewässerschutz Berücksichtigung finden. Das TZW bringt hier die Erkenntnisse aus seinen Forschungsarbeiten in eine Arbeitsgruppe des Forums ein, die sich der Bereitstellung von Gärsubstraten und der Gärresteverwertung widmet. Dabei stehen Fragen zur Schadstoffproblematik und zur Qualitätssicherung der Substrate und Gärreste im Fokus der Betrachtungen. Durch seine Mitarbeit trägt das TZW zur Stärkung des Gewässerschutzes vor Emissionen aus der landwirtschaftlichen Verwertung von Gärresten bei.