![]() Gefährdungsanalyse im Einzugsgebiet |
Das TZW beteiligt sich an dem Forschungsprojekt mit dem Titel “Technology Enabled Universal Access to Safe Water” (TECHNEAU), das von der EU bei Gesamtkosten von 19,1 Millionen Euro mit 13,2 Millionen Euro gefördert wird und insgesamt bis 2011 bearbeitet wird. An diesem Projekt sind 30 internationale Partner aus Forschung und Industrie beteiligt. Das Projekt spannt einen Bogen über mehrere Fachbereiche der Trinkwasserversorgung beginnend beim Ressourcenschutz über die Aufbereitung bis hin zur Wasserverteilung.
Die TZW-Abteilung Grundwasser und Boden ist hierbei im "Work Area 4" zum Thema Risko-Bewertung und Risiko-Management vertreten. Die Risiko-Bewertung steht auch im Zusammenhang mit dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschlagenen Konzept des "Water Safety Plan" (WSP). Da ein vorausschauendes Risikomanagement im Einzugsgebiet und bei den Gewinnungsanlagen beginnt, bearbeitet die Abteilung Grundwasser und Boden hier schwerpunktmäßig die Fragen, wie Gefahrenquellen im Einzugsgebiet erfasst und die daraus resultierenden Risiken für die Trinkwasserversorgung im Kontext eines integrierten Ansatzes dargestellt, beurteilt und verringert werden können.
In einem ersten Schritt wurden ausgewählte Wasserversorger zu gegenwärtig praktizierten Ansätzen der Risikobewertung sowie zum derzeitigen Stand des Risikomanagements in der deutschen Wasserversorgung befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden den Projektpartnern des “Work Area 4“ vorgestellt. In einer Fallstudie an einem süddeutschen Grundwassergewinnungsgebiet wurde ein einzugsgebietsspezifisches Verfahren zur Gefährdungserkennung, Risikoanalyse und Risikobewertung angewandt und getestet. Dieser Ansatz zur Bewertung von Risiken für die Grundwasserqualität basiert auf dem Einsatz eines Geographischen Informationssystems (GIS). Zusätzlich zu dieser Fallstudie wurde eine Literaturrecherche zum Einsatz von GIS in der Risikoanalyse durchgeführt.
Weiterhin wurde eine Übersicht zu möglichen Gefährdungen (hazards) für Einzugsgebiete, Grundwassergewinnungsanlagen und Anlagen zur Grundwasseranreicherung erarbeitet. Diese Ergebnisse flossen in die so genannte “TECHNEAU Hazard Database“ ein, die im Rahmen des Projektes zur Identifizierung und Beschreibung von Gefährdungen der Wasserversorgung vom Einzugsgebiet bis zum Zapfhahn entwickelt wurde. Das TZW erarbeitet zudem eine Literaturstudie zu möglichen Maßnahmen zur Risikominderung, etwa zur Frage, wie man die Effizienz von Maßnahmen zur Verringerung der Nitratauswaschung bewerten kann. Die Ergebnisse fließen wiederum in die geplante “TECHNEAU Risk Reduction Database“ ein. Das TZW bearbeitet hier wiederum die Abschnitte, die sich auf das Grundwassereinzugsgebiet, die Gewinnungs- und Anreicherungsanlagen beziehen.
Laufende Aktivitäten des TZW, Veröffentlichungen und Berichte wurden auf verschiedenen Projekttreffen im In- und Ausland präsentiert und diskutiert. Im Rahmen dieses EU-Forschungsprojektes konnten so zudem Kontakte zu Wissenschaftlern aus ganz Europa geknüpft und vertieft werden, mit denen die Abteilung Grundwasser & Boden auf dem Themenfeld “Risikobewertung und Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung“ zusammenarbeitet.
Veröffentlichungen:
Sturm, S. & Kiefer, J. (Juni 2010): Risikomanagement im Ressourcenschutz. DVGW energie|wasser-praxis 06/2010 (61); ISSN 1436-6134; S. 12-18
Sturm, S. (2008): Fallstudie zur GIS-basierten Risikoanalyse bei der Trinkwasserversorgung. TZW aktuell, Nachrichten aus dem Technologiezentrum Wasser Karlsruhe, Ausgabe 24 (Mai 2008), S. 2-3
Sturm, S. (2008): Fallstudie zur GIS-basierten Risikoanalyse bei der Trinkwasserversorgung. DVGW energie|wasser-praxis 9/2008 (59), S. 91-92. ISSN 1436-6134

