Mikrobiologische Situation in Hausinstallationen (2006-2007)< zurück

DVGW-Forschungsvorhaben W10/01/04

Mikrobiologische Situation in Hausinstallationen

Die Sicherung einer mikrobiologisch einwandfreien Trinkwasserbeschaffenheit ist eine wesentliche Anforderung an die zentrale Trinkwasserversorgung. Außerhalb des Verantwortungsbereiches der Wasserversorgungsunternehmen (WVU), aber für die Sicherung der Trinkwasserbeschaffenheit ebenfalls von Bedeutung, ist die Trinkwasser-Installation bei den Kunden. Da das Image der WVU letztendlich von der Qualität des am Zapfhahn entnommenen Wassers beeinflusst wird, befasst sich der DVGW auch mit der Regelsetzung für den Bereich der Trinkwasser-Installation. Wird eine Trinkwasser-Installation nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geplant, gebaut und betrieben, so kann nach dem derzeitigen Kenntnisstand davon ausgegangen werden, dass eine negative Veränderung der Trinkwasserbeschaffenheit in der Installation ausgeschlossen ist.

Das Auftreten von Legionellenerkrankungen in öffentlichen Gebäuden sowie Kontaminationen von Installationen in Krankenhäusern und Arztpraxen mit Pseudomonas aeruginosa haben jedoch dazu geführt, dass von Seiten einiger Gesundheitsbehörden der Verdacht geäußert wurde, dass derartige Kontaminationen in größerem Umfang auch in Trinkwasser-Installationen von Privathaushalten verbreitet sind. Ergebnisse systematischer Untersuchungen, die gleichzeitig eine Aussage über den Zustand der Trinkwasser-Installationen liefern, liegen jedoch bis heute nicht vor. Diese sind aber erforderlich, um mögliche Schlussfolgerungen hinsichtlich einer ggf. notwendigen Anpassung bzw. Änderung der Regelsetzung ableiten zu können.

Im Rahmen einer Vorstudie soll in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme zur Erfassung der aktuellen mikrobiologischen Situation in Trinkwasser-Installationen von Ein- und Mehrfamilienhäusern durchgeführt werden. Beprobt werden sollen insgesamt ca. 200 Trinkwasser-Installationen in drei Versorgungsgebieten. Schwerpunkte der Untersuchungen bilden eine mögliche Kombination mit Pseudomonas aeruginosa im Kaltwasserbereich sowie mit Legionellen im Warmwasserbereich. Bei der Probenahme soll mit Hilfe eines Fragebogens gleichzeitig der allgemeine Zustand der Trinkwasser-Installation erfasst werden.

Im Ergebnis der Bestandsaufnahme wird eine Aussage über die Relevanz der Problematik erwartet. Für den Fall, dass Kontaminationen festgestellt werden, soll eine Einschätzung darüber getroffen werden, ob diese auf Installations- bzw. Betriebsfehler zurückzuführen sind. Die Notwendigkeit und Zielstellung weiterführender Forschungsarbeiten sollen aufgezeigt werden.

Die Bestandsaufnahme wurde gemeinsam vom TZW in Dresden und Karlsruhe bearbeitet.

Publikation:

  • Wricke, B., Petzoldt, H., Hambsch, B.:
    Mikrobiologische Situation in Hausinstallationen - Ergebnisse einer Bestandsaufnahme. gwf Wasser, Abwasser 148, Nr. 13, S. 50-55, März 2007.

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