In der Trinkwasserversorgung in Deutschland werden zunehmend die Verfahren Mikro- und Ultrafiltration (MF/UF) zur Entfernung partikulärer Wasserinhaltsstoffe eingesetzt. Nach Inkrafttreten der novellierten Trinkwasserverordnung (2001) Anfang 2003 stieg insbesondere bei Wasserversorgungsunternehmen, die Quellwasser nutzen, die Nachfrage nach der entsprechenden Anlagentechnik. Aufgrund verschiedener Vorteile wie z.B. der hohen Automatisierbarkeit, der kompakten Bauweise oder der stets einwandfreien Filtratqualität der Membranfiltrationsprozesse unabhängig von Trübstoffschwankungen im Rohwasser, wird vielfach diesem Prozess gegenüber der konventionellen Flockenfiltration der Vorzug gegeben.
Im Rahmen eines DVGW-Vorhabens wurde eine Bestandsaufnahme über die in Deutschland in der öffentlichen Trinkwasserversorgung in Betrieb befindlichen MF/UF-Anlagen durchgeführt, um die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Betrieb dieser Anlagen zu erfassen, zu dokumentieren und auszuwerten sowie Zusammenhänge zwischen Rohwasserbeschaffenheit, Anlagenkonfiguration, Spülregime und Betriebsverhalten zu ermitteln. Die Daten für die bis einschließlich Dezember 2006 in Betrieb gegangenen 83 Anlagen sind im Band 33 der Schriftenreihe des TZW zusammengefasst. Bis Ende 2007 sind weitere 20 Anlagen in Betrieb gegangen, sodass die Aufbereitungskapazität nun ca. 15.000 m³/h beträgt. Seit 1998 lässt sich eine stetige Zunahme der Anzahl in Betrieb befindlicher Anlagen beobachten, die auch in den kommenden Jahren anhalten wird.