Wasseraufbereitung in Serbien< zurück

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Bau von Uferfiltratbrunnen in der Region Vojvodina
Forschungsvorhaben zur Aufbereitung alkalischer, stark mit Arsen und Huminstoffen belasteter Grundwässer in Serbien

Das Tiefengrundwasser in der Region Vojvodina weist in verschiedener Hinsicht eine sehr problematische Zusammensetzung auf, u.a. enthält es hohe Mengen an toxischem Arsenat(III). Eine Aufbereitung zur Trinkwasser-gewinnung erfordert hohe Chemikaliendosiermengen und müsste z.T. auch eine Membranentsalzung beinhalten. Hieraus resultieren spezifische Aufbereitungskosten von bis zu 0,9 €/m³. Problematisch wäre dabei auch der hohe Abwasseranfall von 15-25% der Trinkwassermenge. Dies nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten, sondern auch im Hinblick auf die langsame Grundwasserneubildung.

Die Uferfiltratgewinnung an der Theiß ist eine Erfolg versprechende Alternative zur Nutzung von Tiefengrundwasser. Das Flusswasser der Theiß ist relativ gering anthropogen belastet und die umfassenden hydrogeologischen Erkundungsarbeiten (u.a. Bau eines Versuchsbrunnens und Langzeitpumpversuch, Erstellung eines Grundwassermodells) zeigen, dass an der Theiß ausreichende Mengen an Uferfiltrat gewonnen werden können. Hervorzuheben ist eine effektive mechanische und biologische Reinigung des infiltrierten Flusswassers bei der Bodenpassage. Partikuläre Inhaltsstoffe (u.a. pathogene Mikroorganismen und Schwebstoffe) werden praktisch vollständig und gelöste Verunreinigungen weitgehend entfernt. Eine Besonderheit des untersuchten Standorts an der Theiß ist der feinsandige Aquifer mit einem anaerob-sulfidischen Milieu. Die Uferfiltration stellt deshalb im vorliegenden Fall auch eine Barriere bei Auftreten von Schwermetallen und toxischem Cyanid im Flusswasser dar.

Voraussichtlich reicht eine konventionelle Aufbereitung des Uferfiltrats aus. Einschließlich Bau von Brunnenanlagen betragen die spezifischen Kosten für die Bereitstellung von Trinkwasser aus Uferfiltrat dann 0,25-0,35 €/m³. Es wird vorgeschlagen, zunächst für die Versorgung der ca. 15.000 Einwohner in der Stadt Novi Becej entsprechende Anlagen zu errichten und damit großtechnische Erfahrungen zu sammeln. Entsprechende Konzepte für eine derartige, nachhaltige Trinkwasserversorgung wurden ausgearbeitet