Zentrale Enthärtung von Trinkwasser< zurück
Kurzfassung
Vor dem Hintergrund des steigenden Interesses an weicherem Trinkwasser wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens die ökologischen und ökonomischen Vor- und Nachteile einer zentralen Enthärtung von Trinkwasser in Gebieten mit hoher Wasserhärte aus der Sicht des Wasserversorgers sowie des Verbrauchers herausgearbeitet und bewertet. Das von dem Innovationsfond Klima- und Wasserschutz der badenova AG & Co. KG, der Wirtschaftsvereinigung Metalle e.V. und dem DVGW finanzierte einjährige Vorhaben wurde im Rahmen einer Zusammenarbeit von dem Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) und dem TZW durchgeführt.
Untersucht wurden dazu drei praxisnahe und typische Anwendungsfälle mit unterschiedlich zusammengesetzten Wässern sowie zusätzlich ein konkreter Fall einer Gemeinde mit sehr hartem Trinkwasser, in der auch eine detaillierte Befragung der Verbraucher über ihre Wunschvorstellung und die Zahlungsbereitschaft für weicheres Wasser abgefragt wurde. Außerdem wurden Daten zu dem Umfang der durch das harte Wasser bedingten Maßnahmen erhoben, die bei der ökologischen und ökonomischen Bewertung genutzt werden konnten.
Die übergreifende Bewertung hat gezeigt, dass die zentrale Enthärtung des Trinkwassers auf Härtebereich 2 hinsichtlich der betrachteten ökologischen und ökonomischen Wirkungsindikatoren überwiegend als positiv zu bewerten ist. Aus der Sicht des Verbrauchers resultieren mit Lieferung von weicherem Wasser neben dem Zeit- und Komfortgewinn auch Kosteneinsparungen von 0,2 bis 0,6 Euro/m³ durch den geringeren Verbrauch an Energie und Wasch- bzw. Reinigungsmittel. Der Wegfall einer dezentralen Enthärtungsanlage führt zu merklich höheren finanziellen Entlastungen. Bei Realisierung einer zentralen Enthärtung ergeben sich für den Verbraucher abhängig von den Randbedingungen und dem Enthärtungsverfahren Mehrkosten von 0,1 und 0,5 Euro/m³.
Die Studie soll für die weiteren Überlegungen hinsichtlich der Enthärtung dienen, wobei die Ergebnisse überregional auf weitere Anwendungsfälle übertragen werden können.