Water Safety Plans in Deutschland - Vergleich mit dem DVGW-Regelwerk< zurück
In der 3. Auflage der "WHO-Guidelines for drinking water quality", d.h. den Leitlinien für die Trinkwasserqualität der WHO vom September 2004, wird die Empfehlung ausgesprochen, ergänzend zur Überwachung des Endproduktes Trinkwasser die Steuerung aller Prozesse der Trinkwasserversorgung vom Ressourcenschutz bis zur Wasserverteilung in den Vordergrund zu stellen. Grundlage ist dabei ein so genannter Water Safety Plan (WSP), d.h. ein Trinkwassersicherheitskonzept (TSK), das Wasserversorgern eine Anleitung zum Aufbau einer prozessorientierten Überwachung der Trinkwasserversorgung bietet. Kernpunkte des TSK sind die Durchführung einer Gefährdungsanalyse mit Risikoabschätzung, die Definition von Maßnahmen zur Beherrschung der Gefährdungen sowie deren Überwachung, die Kontrolle der Wirksamkeit der Maßnahmen und eine umfassende Dokumentation.
Am TZW wurde in einer Studie im Auftrage des DVGW anhand einer Auswahl von 57 Technischen Regeln mit prozessorientiertem und organisatorischem Inhalt geprüft, inwiefern die maßgeblichen Elemente eines WSP bereits im Regelwerk des DVGW verankert sind und in der Ausübung des Technischen Sicherheitsmanagements (TSM) als branchenspezifischem Managementsystem ihre Anwendung finden.
Fazit:
Die Überprüfung der ausgewählten Technischen Regeln hat gezeigt, dass wesentliche Eckpunkte und Grundlagen des WHO-Trinkwassersicherheitskonzeptes im DVGW-Regelwerk bereits enthalten sind. Lediglich die systematische Vorgehensweise bei der Erstellung eines TSK wird im Regelwerk nicht in ausreichend detaillierter Form beschrieben. Die Technischen Regeln bieten jedoch durch zahlreiche Beispiele und Hinweise grundlegende Hilfestellung bei der Erstellung einer Gefährdungsanalyse, der Beherrschung der identifizierten Gefährdungen durch die Auswahl geeigneter Maßnahmen und deren Überwachung. Die Anpassung auf die spezifische Situation des Anwenders kann im Regelwerk nicht enthalten sein und muss daher Aufgabe des Anwenders bleiben. Die Aufforderung dazu sollte allerdings im Regelwerk deutlicher herausgearbeitet werden.
Im Rahmen einer TSM-Prüfung werden bereits heute wesentliche Aspekte eines TSK erfragt. Für eine umfassende Prüfung gemäß TSK sind jedoch Ergänzungen im TSM-Leitfaden empfehlenswert.
Dieses Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Abteilungen Technologie und Analytik, die beide für den Bereich "Technisches Sicherheitsmanagement und Water Safety Plans" zuständig sind.