Erfassung und Relevanz von Huminstoffeinträgen für die Trinkwasserproduktion< zurück
BMBF- Forschungsvorhaben 02WT0171
Bilaterale Untersuchungen und modellgestützte Prognosen von Huminstoffeinträgen in Oberflächenwässer aufgrund veränderter Ökosystemzustände in Mittelgebirgsregionen und deren Relevanz für die Trinkwasserproduktion
Teilprojekt
Erfassung und Relevanz der Huminstoffeinträge für die Trinkwasserproduktion
Kurzfassung
Seit Beginn der 1990er Jahre werden in den Mittelgebirgsregionen Zentraleuropas verstärkte Einträge von natürlichen organischen Wasserinhaltsstoffen (NOM = natural organic matter) sowie das Auftreten geruchs- und geschmacksintensiver Organika in Oberflächengewässern beobachtet.
Diese Entwicklung bringt, wenn auch regional unterschiedlich, Probleme bei der Trinkwasseraufbereitung mit sich, weil davon ausgegangen werden muss, dass die Prozesse in den Speichern beeinflusst werden und sich dadurch der biologisch gut abbaubare Anteil des NOM (BNOM) verändert. Darüber hinaus können kausale Verbindungen zwischen dem Eintrag von Nährstoffen und organoleptischen Wasserbeeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden.
Zur Bearbeitung dieser Problematik werden sowohl die Ursachen des Auftretens von BNOM als auch deren Veränderung raum- zeitlich klassifiziert, quantifiziert und bewertet. Dazu werden Untersuchungen der Quellen und der zur Mobilisierung führenden Faktoren im Einzugsgebiet und im Speicher durchgeführt. Ein wichtiger Aspekt ist das raum- zeitliche Verteilungsmuster des NOM im Trinkwasserspeicher und darauf aufbauend die Entstehung von BNOM sowie der Zusammenhang zwischen BNOM und dem Auftreten von Geruchs- und Geschmacksstoffen. Dies soll die Grundlage für die Entwicklung einer Modellvorstellung hinsichtlich Entstehung, Verhalten und Verbleib von BNOM in Trinkwasserspeichern bilden.