Vermeidung organoleptischer Beeinträchtigungen des Trinkwassers durch aminosäurebürtigen DOC< zurück

Die Ausbildung eines in der Regel mit „muffig“ beschriebenen Geruchs- bzw. Geschmacks des Trinkwassers während der Verteilung im Netz ist ein häufig beschriebenes Phänomen, für welches es bisher keine eindeutige Erklärung und demzufolge auch keine gesicherten Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verminderung gibt. Hinzu kommt eine vermeintlich große Zufälligkeit bzw. Unregelmäßigkeit was das Auftreten dieser Qualitätsbeeinträchtigungen

betrifft. Im Ergebnis eines geplanten F+E-Gemeinschaftsprojektes zwischen dem DVGW und der ATT sollen die Ursachen aufgeklärt und darauf aufbauend möglichst wirksame Maßnahmen zur Vermeidung dieser Effekte formuliert werden.

Auf der Basis von sensorischen Voruntersuchungen mittels ausgewählter Modellwässer wurde herausgefunden, dass die Reaktion von Chlor mit aminosäurebürtigen DOC-Bestandteilen des Wassers sowie des Biofilms für die Ausbildung von Geruch und Geschmack im Wasser verantwortlich sind.

Zur Untersuchung dieses Phänomens wird ein am TZW entwickeltes neues und schnelles Detektionsverfahren, die Aufnahme von Fluoreszenzmatrizes, eingesetzt. Mit Hilfe dieser sehr empfindlichen Methode soll das Vorkommen und die Ausbreitung von aminosäurebürtigem DOC in Rohwässern, während der Wasseraufbereitung und im Netz erfasst werden.

Die Lösung des Problems soll dann wie folgt erarbeitet werden:

  • Identifizierung aminosäure- bzw. aminbürtiger Geruchs- bzw. Geschmacks-stoffprekursoren aus Rohwässern und aus Biofilmen aufbereiteter Wässer,
  • Identifizierung der chlorhaltigen Geruchs- und Geschmacksstoffe über die Zugabe chlorhaltiger Desinfektionsmittel
  • Untersuchung der Reaktionskinetik der Geschmacks- und Geruchsstoffprekursoren mit den chlorhaltigen Desinfektionsmitteln, um eine Steuerungsgröße für die Desinfektions-mitteldosierung unter Beachtung der mikrobiologischen Unbedenklichkeit des Wassers zu bekommen,
  • Betrachtung alternativer Desinfektionsverfahren: Chlordioxid, UV-Strahlung,
  • Ermittlung einer Schwellenkonzentration für proteinbürtige Geruchsstoffprekursoren im Trinkwasser unter Berücksichtigung der angewendeten Desinfektionsmitteldosis.
  • Ableitung von Richtlinien und Regeln zur Früherkennung der Geruchsstoffprekursoren und zur Vermeidung organoleptischer Beeinträchtigungen des Wassers im Netz als Folge der Desinfektion proteinbürtiger Wässer.

Projektleiter

Dr. rer. nat. Wido SchmidtVisitenkarte downloaden

Projektbearbeiter

Dipl.-Geoökol. Anika GrübelVisitenkarte downloaden

Laufzeit

01.01.2009 - 01.01.2012