Aufbereitung eines arsenhaltigen Brunnenwassers< zurück

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Das Bild zeigt einen Pilotfilter zur Zweischicht-Flockungsfiltration mit Dosiereinrichtungen (vorne) und Pumpvorlage (hinten links).
Gemeinsame Aufbereitung eines weichen, oberflächennahen Quellwassers und eines arsenhaltigen Brunnenwassers

Zur Trinkwassergewinnung werden in deutschen Mittelgebirgsregionen überwiegend Quellwässer genutzt. Die Aufbereitung dieser meist relativ sauren und calcitlösenden Wässer erfolgt durch Entsäuerungsfiltration (dichtes Calciumkarbonat, seltener halbgebrannter Dolomit) sowie ggf. zusätzlich durch Desinfektion mittels Chlorung oder UV- Bestrahlung. In vielen Fällen trüben diese Wässer jedoch zeitweise ein, so dass aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Aufbereitung bzw. die Beschaffenheit von Trinkwasser, das aus von Oberflächenwasser beeinflussten Rohwässern gewonnen wird (§5, TrinkwV 2001) eine Aufbereitung zur Trübstoff- bzw. Partikelelimination erforderlich werden kann. Durch Entsäuerungsfiltration allein gelingt in der Regel keine ausreichende Trübstoffentfernung.

In der Zeit September bis November 2003 erfolgten bei einem Wasserversorger im südlichen Schwarzwald Pilotversuche zur Flockungsfiltration des anstehenden Rohmischwassers aus einem calcitlösenden, bakteriologisch belasteten Quellwasser und einem arsenhaltigen Brunnenwasser. Durch begleitende Messungen bei verschiedenen Randbedingungen wurde der Nachweis erbracht, dass die erforderliche Partikel- und Arsenelimination mit diesem Verfahren gelingt. Nachteilige Beeinflussungen des Flockungsprozesses, die an anderer Stelle bei derartigen Wässern festgestellt wurden, traten nicht auf. Bei geeigneter Prozessführung gelang es mittels Flockungsfiltration im Filtrat Partikelgehalte von unter 10/mL (2-20 µm) zu erzielen.

Auf der Basis der Untersuchungsergebnisse wurde zwischenzeitlich eine neue Trinkwasseraufbereitungsanlage errichtet, die Mitte 2006 ans Netz ging. Sie besteht aus einer Entsäuerungsfiltration zur Stabilisierung des Rohwassers sowie einer Flockungsfiltration für eine aus hygienisch-mikrobilogischen Gründen erforderlichen Trübstoff- und Partikelelimination. Gleichzeitig wird in dieser Stufe auch Arsen abgetrennt. Abschließend erfolgen eine Restentsäuerung mittels Intensivbelüftung sowie eine Desinfektion mit Chlordioxid (Chlorit-Säureverfahren). Zur weiteren Erhöhung der Aufbereitungssicherheit wurde die Flockungsfiltration mit einer Ozonung kombiniert (Hydrozon-Verfahren).

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Stefan Stauder

Tel.: +49 (0)721/9678-122
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