COP-Membrananlagen für kleine Wassergewinnungen< zurück
 COP-Membrananlage mit 9 m² Membranfläche zur Versorgung einer kleinen Siedlung mit einem Bedarf von 5.500 m³/a |
Seit einiger Zeit stehen speziell für kleinere Wassergewinnungen modifizierte Niederdruckmembrananlagen für die Partikelentfernung zur Verfügung, die sogenannten COP (Cleaning out of place) - Membrananlagen. Diesen verfügen im Vergleich zu Großanlagen über einen geringeren Ausstattungs- bzw. Automatisierungsgrad. Demzufolge sind die Investitionskosten relativ gering, so dass COP-Membrananlagen auch für Kleinanlagen (< 1.000 m³/a) und Anlagen in kleinen Wasserversorgungen bis ca. 10 m³/h zur Entfernung partikulärer Wasserinhaltsstoffe aus betriebswirtschaftlicher Sicht zum Einsatz kommen können. Die chemische Reinigung der Membranen erfolgt ebenso wie die Integritätsprüfung im Rahmen eines Wartungsvertrages.
Im Rahmen eines vom DVGW und dem Umweltministerium Baden-Württemberg finanzierten Forschungsvorhabens wurden Betriebserfahrungen mit COP-Membrananlagen gewonnen. Dazu wurden Untersuchungen an 15 unterschiedlichen Standorten durchgeführt. Hierbei handelte es sich sowohl um Versuchsanlagen als auch um Anlagen, die das Wasser an Verbraucher abgeben. Damit weisen die im Rahmen des Vorhabens erhobenen Daten einen starken Praxisbezug auf. Berücksichtigung fanden Anlagen von fünf unterschiedlichen Firmen. Die Anlagen wurden im wesentlichen mit Quellwässern beaufschlagt.
Die Untersuchungen zeigten, dass Rohwasser, Anlagentyp sowie Betrieb aufeinander abgestimmt werden müssen. Die im Rahmen des Vorhabens untersuchten COP-Membrananlagen wiesen in Abhängigkeit von der Trübstoffbelastung und dem Betrieb Standzeiten von 3 Wochen bis > 6 Monate auf. Ein nicht zu hoher Flux sowie die Optimierung der Spülung werden als wesentlicher Aspekt bei der Verlängerung der Standzeit der Membranmodule zwischen zwei chemischen Reinigungen angesehen. Die Optimierung der Spülung gelingt sowohl über die Spülwassermenge als auch über die Hardware der Anlage. Prinzipiell erscheinen COP-Membrananlagen mit kombinierter Luft- und Wasserspülung für die Behandlung stärker trübstoffhaltiger Wässer geeigneter als Anlagen, die lediglich mit Wasser spülen. Im Rahmen des Vorhabens wurde gezeigt, dass durch spezielle Anlagenhardware in Verbindung mit einer geeigneten Betriebsweise auch höher trübstoffhaltige Quellwässer (z.B. mittlere Trübung 2,6 NTU) ohne den Einsatz von Spülchemikalien bei einem relativ geringen Membrangesamtwiderstand filtriert werden können.