Trinkwasseraufbereitung unter tropisch-monsunalem Klima
Das TZW untersucht in einem Teilprojekt des BMBF-Verbundvorhabens „IWRM Indonesien (02WM0894)“ die Trinkwasseraufbereitung unter tropisch-monsunalen Verhältnissen in Indonesien. Beim Wasserversorgungsunternehmen PDAM Bantul im Süden Javas wurden hierzu drei Wasserwerke ausgewählt. Ziel der geplanten Maßnahmen bzw. Untersuchungen ist es einerseits, die Versorgungssituation der örtlichen Bevölkerung durch Erweiterung der Anlagenkapazität und Optimierung der Aufbereitungstechnik zu verbessern. Andererseits haben die Projekte Pilotcharakter und sollen geeignete Aufbereitungsprozesse in den Tropen für die drei wesentlichsten Ressourcen bei der Trinkwassergewinnung Grundwasser, Flusswasser und Uferfiltrat ermitteln. Zusätzlich werden in einem ausgewählten Versorgungsgebiet geeignete Maßnahmen zur Minimierung der sehr hohen Netzverluste (ca. 40%) getestet und umgesetzt. Dies erfolgt in Kooperation mit deutschen Wasserversorgungsunternehmen und dient auch zur Ausarbeitung von Strategien zur Minimierung der Wasserverluste in Indonesien. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schulung von technischem Personal des PDAM Bantul in der Praxis der Trinkwasseraufbereitung bzw. Versorgung.
Das Tiefengrundwasser in Bantul ist relativ sauer und weist u.a. sehr hohe Gehalte an Mangan(II) auf (1- 3 mg/L). Aufgrund konzeptioneller Mängel gelingt in der Mehrzahl der bestehenden Wasserwerke keine ausreichende Aufbereitung. Die Folge sind technische Probleme (u.a. verstopfte Filterdüsen und Transportleitungen) sowie massive Verbraucherbeschwerden über Eintrübungen des Leitungswassers („Akzeptanzproblem“). In dem zur Optimierung ausgewählten Grundwasserwerk Sewon werden die vorhandene Aufbereitungstechnik modifiziert, der Durchsatz von 10 auf 20 L/s erhöht und anschließend eine geeignete Verfahrenweise zur Grundwasseraufbereitung untersucht.
Die Flusswässer der Region Bantul enthalten keine relevanten Mengen an anthropogenen Mikroverunreinigungen, sind jedoch stark bakteriell kontaminiert. Bei den im Flusswasserwerk Sedayu festgestellten Reinwassertrübungen (bis 7 FNU) ist keine sichere Desinfektion des Wassers durch die Chlorung gewährleistet. Es wurde ein Konzept ausgearbeitet das eine Erhöhung des Durchsatzes von bislang 20 auf 30 L/s, sowie die Einsparung einer Zwischenförderstufe erlaubt. Gleichzeitig soll eine Reinwassertrübung unter 1,0 FNU durch den Einbau von „tube settlern“ und einen optimierten Filtermaterialaufbau erzielt werden. Der Wirksamkeitsnachweis erfolgt durch begleitende Untersuchungen an der optimierten Großanlage.
In der Uferfiltratgewinnung Trimulyo entfernt die Bodenpassage Trübstoffe und mikrobielle Verunreinigungen effektiv aus dem Oberflächenwasser. Die bislang eingesetzte Technik zur Aufbereitung des Uferfiltrats ist jedoch ungeeignet, da sie den anoxischen Wasserchemismus nicht berücksichtigt. Die Vorgänge bei der „tropischen Uferfiltration“ (hohe Wassertemperatur und hohe mikrobielle Aktivität) werden u.a. anhand spezieller bakteriologischer Messungen näher untersucht und anschließend optimierte Aufbereitungskonzepte getestet.