Umkehrosmose zur Enthärtung und Entsalzung< zurück

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Das Bild zeigt die UO-Module der neuen Brunnenwasseraufbereitung.

Umkehrosmose-Entsalzung sowie Stabilisierung eines harten Brunnenwassers mit hohem Gehalt an Natriumchlorid und Selen

Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung muss in Bad Dürkheim zunehmend auf ein Brunnenwasser zurückgegriffen werden, das geogen bedingt relativ hoch mineralisiert ist (u.a. Härte 26°dH, Chlorid: 325 mg/L, Selen 0,03 mg/L). Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde vom TZW der Einsatz der Umkehrosmose zur Entsalzung des Brunnenwassers vorgeschlagen. Aufbereitungsziele waren die Einhaltung des Selengrenzwertes sowie die Abgabe eines weichen, neutralsalzarmen Trinkwassers. Weiterhin sollte die Aufbereitung betriebsstabil und vollautomatisch erfolgen.

Zur Ermittlung eines hierfür geeigneten und kostenoptimierten Verfahrensprozesses, erfolgten Versuche an einer kleintechnischen Anlage (Volumenstrom 2 m³/h). Von besonderem Interesse war dabei die Festlegung einer geeigneten Nachbehandlung mit dem Ziel, das entsalzte Wasser korrosionschemisch zu stabilisieren. Die Pilotanlage beinhaltete deshalb auch eine Korrosionstestapparatur.
Anhand der ermittelten Daten konzipierte das TZW die neue Trinkwasseraufbereitung für eine Nennleistung von 290 m³/h. Die Verfahrenstechnik besteht im Wesentlichen aus einer Umkehrosmoseanlage (max. 180 m³/h Permeat) mit nach geschalteter Teilstromaufhärtung (CaCO3), einem Quarzsandfilter zur Entmanganung des UO-Bypassstroms sowie einer Rieslerbelüftung. Entscheidend für die Neukonzeption waren auch Untersuchungsergebnisse, nach denen bei geeigneter Prozessführung eine Vorbehandlung zur Entmanganung des mittels Umkehrosmose zu behandelnden Wassers entbehrlich ist (Mangangehalt im Rohwasser ca. 0,2 mg/L). Hierdurch konnte die erforderliche Anlagentechnik minimiert werden.

Nach lediglich rd. 1,5 Jahren Planungs- und Bauzeit wurde die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage im Oktober 2005 in Betrieb genommen. Seitdem werden die betrieblichen bzw. wasserchemischen Vorgaben und Anforderungen in vollem Umfang erfüllt. Das bereitgestellte Trinkwasser weist eine Härte von rd. 9°dH sowie auch ansonsten eine mit den in Bad Dürkheim ebenfalls genutzten Quell- und Brunnenwässern vergleichbare Zusammensetzung auf. Die Investitionskosten für die Verfahrenstechnik einschließlich Gebäude betrugen rd. 1,6 Mio €. Die spezifischen Aufbereitungskosten werden auf 0,4 €/ m³ geschätzt.