MTBE - Problematik< zurück

Bedeutung von Methyl-tert-butylether (MTBE) für die Trinkwasserversorgung aus Grundwasser und Entfernung von MTBE bei der Trinkwasseraufbereitung
Zusammenfassung
MTBE ist in Kraftstoffen als Antiklopfmittel und zur Unterstützung einer vollständigeren Verbrennung enthalten und zählt weltweit zu den meist produzierten Chemikalien. Durch seine chemisch-physikalischen Eigenschaften (gute Wasserlöslichkeit, geringe Henry-Konstante, schlechte mikrobielle Abbaubarkeit durch stabile, unreaktive Etherbindung...) kann es jedoch bei der Freisetzung in die Umwelt zu einem Auftreten im Grundwasser und anderen Rohwässern von Wasserwerken kommen. Messprogramme zeigten, dass MTBE in Oberflächengewässern nahezu ständig auftritt und durch eine Uferpassage nicht oder nicht vollständig eliminiert wird. Daneben wurde MTBE in Grundwässern insbesondere in städtischen oder stadtnahen Gebieten und unter verkehrsreichen Flächen nachgewiesen. Laboruntersuchungen zeigten, dass natürliche bzw. naturnahe Verfahren der Trinkwasseraufbereitung (Bodenpassage, Belüftung) nicht geeignet sind, MTBE zuverlässig und kostengünstig zu entfernen. Auch erweiterte Verfahren wie Ozonung oder Aktivkohlefiltration eliminieren MTBE nicht vollständig. Die Anwendung von Advanced Oxidation Processes (AOP), so z.B. die Kombination Ozon/H2O2, kann durch die künstliche Erzeugung von OH-Radikalen zu einer Reduktion von MTBE führen; jedoch liegt die erforderliche Ozon/H2O2-Dosis zur vollständigen Entfernung von MTBE aus natürlichen Wässern deutlich über den derzeit in Wasserwerken verwendeten Ozondosen. Damit ist MTBE aus Sicht der Wasserversorger als trinkwasserrelevant einzustufen und es wird neben einer Aufnahme als Parameter in laufende Untersuchungsprogramme eine Reduktion der Einsatzmengen von MTBE gefordert.

Ansprechpartner

Förderung

Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)