Entwicklung eines Verfahrens zur experimentellen Quantifizierung der Schadstoff-Quellstärke für Lockermaterial< zurück

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Darstellung der mobilisierten Stoffmenge als Funktion der Zeit, Funktionsprinzip der Säulenelution (DIN V 19736)
Mobilisierung von organischen Schadstoffen
Zusammenfassung
Die Sickerwasserprognose dient gemäß der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) als Mittel zur Abschätzung des Schadstoffeintrags in das Grundwasser. Als eine Eingangsgröße dient die sog. Quellstärke eines Materials, worunter dessen Emissions-potenzial bezüglich der Freisetzung bestimmter Schadstoffe verstanden wird. Für organische Schadstoffe soll die Quellstärke mit Lysimeter- oder Säulenelutionsversuchen ermittelt werden. Für die alltägliche Praxis sind Lysimeterversuche zu zeit- und kostenintensiv. Daher werden - insbesondere für die vorausschauende Bewertung eines festen Materials - überwiegend Säulenelutionsversuche unter wassergesättigten Bedingungen Anwendung finden. Für die Durchführung solcher Versuche existieren sowohl international verschiedene Normentwürfe als auch in Deutschland die Vornorm DIN V 19736. Allerdings fehlt allen diesen Papieren eine experimentelle Validierung, die den Gültigkeitsbereich festlegt.
Vor diesem Hintergrund bearbeitet das TZW im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts „Sickerwasserprognose“ ein Forschungsprojekt, dessen Ziel die Validierung eines Labor-elutionsverfahrens zur Herstellung von Eluaten unterschiedlicher Feststoffe ist. Ausgehend von dem in der bisherigen DIN V 19736 beschriebenen Versuchsaufbau wird in bis zu vier Wochen andauernden Versuchsreihen das Elutionsverhalten unterschiedlicher organischer Stoffgruppen untersucht (siehe Bild). Dazu gehören z. B. PAK und Phenole als Altlasten spezifische Substanzen oder die Naphthalinsulfonate als typische organische Verunreinigun-gen in Baustoffrecyclingmaterialien. Als Beispiele für Untersuchungsmateria-lien werden u. a. Altlastenböden, Bauschutt und ein Hafensediment untersucht. Dabei wird insbesondere der Einfluss wichtiger Verfahrensrandbedingungen wie Fließgeschwindigkeit, Temperatur und DOC-Gehalts des Elutionswassers ermittelt.

Ansprechpartner

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), FKZ 02WP0088

Kooperationen

Engler-Bunte-Institut, Lehrstuhl für Wasserchemie, Universität Karlsruhe

Arbeitsbereich Umweltschutztechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg